Fakten über Milchprodukte
Gut geeignet sind z.B. Hüttenkäse, Frischkäse, Joghurt, Schmand, Sauerrahm und Quark. Als purinfreie Eiweißquelle profitieren zudem Hunde mit Uratsteinen oder Leishmaniose von der Fütterung mit Milchprodukten.

Milchprodukte sind hochwertige Eiweißlieferanten mit kleinen Abzügen
Hochwertig meint hier, daß sie zum einen gut verdaulich sind und fast alle benötigten Aminosäuren enthalten. Fast, denn für Katzen fehlt hier das essentielle Taurin komplett, für Hunde fällt die Aminosäure Cystein je nach Milchprodukt knapp aus oder liegt sogar etwas unter dem Bedarf.
Wenn Hunde auf Milchprodukte mit weichem Kot oder Blähungen reagieren, dann liegt es meist am Milchzucker
Normalerweise wird Milchzucker (Laktose) durch das Enzym Laktase abgebaut. Klappt das nicht in ausreichendem Maße, dann gelangt der Milchzucker ungespalten in den Dickdarm, wo er von den Darmbakterien zu kurzkettigen Fettsäuren „vergärt“ wird und die oben genannten Symptome auslöst.
Milchprodukte haben unterschiedliche Gehalte an Milchzucker
In der folgenden Liste steigt der Gehalt von oben nach unten:
- Butter,
- Käse,
- Hüttenkäse,
- Frischkäse,
- Speisequark,
- Sahne/Rahm,
- Schmelzkäse,
- Buttermilch,
- Kefir,
- Dickmilch,
- Joghurt,
- Kaffeesahne,
- Magerquark,
- Mager- und Vollmilch,
- Kondensmilch.
Als verträgliche Menge werden ein bis zwei Gramm Milchzucker pro Kilogramm Körpergewicht angesehen.
Daraus ergeben sich folgende Richtwerte für die Höchstmengen, bis zu der Hunde Milchprodukte vertragen:
- Kondensmilch: 10 ml/kg Körpergewicht
- Milch: 20 ml/kg Körpergewicht
- Quark: 40 g/kg Körpergewicht
Wenn du Milchprodukte füttern möchtest, dann beginne mit kleinen Mengen, um die Verträglichkeit zu testen. Denn die ist individuell und von Hund zu Hund verschieden. Speziell als laktosefrei ausgewiesene Produkte sind ebenfalls eine gute Alternative.
Du kannst sogar einen Teil (bis zu 25 %) der Fleischration durch Milchprodukte ersetzen
Vorausgesetzt natürlich, dein Hund verträgt es. Auf futtermedicus.de findest du eine Liste zur einfachen Umrechnung von Fleisch mit unterschiedlichen Fettgehalten in passende Milchprodukte.
Aktualisierung April 2025: Der ursprüngliche Beitrag mit der Umrechungsliste ist nicht mehr über den bisherigen Link erreichbar. Er kann jedoch weiterhin über das Internet Archive (Wayback Machine) aufgerufen werden.
Für Hunde, die zu Übergewicht neigen, wähle eher magere Sorten, z.B. Magerquark, Hüttenkäse oder Joghurt (bis 3,5 % Fett). Das gilt auch für Hunde mit Bauchspeicheldrüsenproblemen. Für ältere Hunde kann es wiederum sinnvoll sein, auf eiweißärmere, dafür fettreichere Sorten umzusteigen.
Quellen zum Nach- und Weiterlesen
- Futtermedicus: 100 g Fleisch = 100 g Quark?.
- Futtermedicus: FAQ rund um die Ernährung
- Stefanie Handl und Armin Deutz: Hundefutter: Bedarfsorientiert füttern.
- Napfcheck: Milchprodukte.
- Fit mit Futter: Alternative Proteinquellen – Teil 1, Instagram.
- Dr Melanie Thes Ernährungsberatung: Laktoseverträglichkeit bei Hund und Katze: Was du wissen solltest, Instagram.
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